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Full text of "Haager Landkriegsordnung ( HLKO) Unbekannt"

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Abkommen, betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges 

vom 18. Oktober 1907 (RGBl. 1910 S. 107) 

Haager Landkriegsordnung 



Seine Majestät der Deutsche Kaiser, König von Preußen, (es folgen die Namen der weiteren Staatsoberhäupter) 

in der Erwägung, daß bei allem Bemühen, Mittel zu suchen, um den Frieden zu sichern und 
bewaffnete Streitigkeiten zwischen den Völkern zu verhüten, es doch von Wichtigkeit ist, auch den 
Fall ins Auge zu fassen, wo ein Ruf zu den Waffen durch Ereignisse herbeigeführt wird, die ihre 
Fürsorge nicht hat abwenden können, von dem Wunsche beseelt, selbst in diesem äußersten Falle 
den Interessen der Menschlichkeit und den sich immer steigernden Forderungen der Zivilisation zu 
dienen, in der Meinung, daß es zu diesem Zwecke von Bedeutung ist, die allgemeinen Gesetze 
und Gebräuche des Krieges einer Durchsicht zu unterziehen, sei es, um sie näher zu bestimmen, 
sei es, um ihnen gewisse Grenzen zu ziehen, damit sie soviel wie möglich von ihrer Schärfe 
verlieren, haben eine Vervollständigung und in gewissen Punkten eine bestimmtere Fassung des 
Werkes der Ersten Friedenskonferenz für nötig befunden, die im Anschluß an die Brüsseler 
Konferenz von 1874, ausgehend von den durch eine weise und hochherzige Fürsorge 
eingegebenen Gedanken, Bestimmungen zur Feststellung und Regelung der Gebräuche des 
Landkriegs angenommen hat. 

Nach der Auffassung der hohen vertragschließenden Teile sollen diese Bestimmungen, deren 
Abfassung durch den Wunsch angeregt wurde, die Leiden des Krieges zu mildern, soweit es die 
militärischen Interessen gestatten, den Kriegführenden als allgemeine Richtschnur für ihr 
Verhalten in den Beziehungen untereinander und mit der Bevölkerung dienen. Es war indessen 
nicht möglich, sich schon jetzt über Bestimmungen zu einigen, die sich auf alle in der Praxis 
vorkommenden Fälle erstrecken. Andererseits konnte es nicht in der Absicht der hohen 
vertragschließenden Teile liegen, daß die nicht vorgesehenen Fälle in Ermangelung einer 
schriftlichen Abrede der willkürlichen Beurteilung der militärischen Befehlshaber überlassen 
bleiben. Solange, bis ein vollständigeres Kriegsgesetzbuch festgestellt werden kann, halten es die 
hohen vertragschließenden Teile für zweckmäßig, festzusetzen, daß in den Fällen, die in den 
Bestimmungen der von ihnen angenommenen Ordnung nicht einbegriffen sind, die Bevölkerung 
und die Kriegführenden unter dem Schutze und der Herrschaft der Grundsätze des Völkerrechts 
bleiben, wie sie sich ergeben aus den unter gesitteten Völkern feststehenden Gebräuchen, aus 
den Gesetzen der Menschlichkeit und aus den Forderungen des öffentlichen Gewissens. Sie 
erklären, daß namentlich die Artikel 1 und 2 der angenommenen Ordnung in diesem Sinne zu 
verstehen sind. Die hohen vertragschließenden Teile, die hierüber ein neues Abkommen 
abzuschließen wünschen, haben zu Ihren Bevollmächtigten ernannt: 

(Es folgen die Namen der einzelnen Bevollmächtigten) 



welche, nachdem sie ihre Vollmachten hinterlegt und diese in guter und gehöriger Form befunden 
haben, über folgende Bestimmungen übereingekommen sind: 

Art. 1 [Beachtung der Haager Landkriegsordnung]. Die Vertragsmächte werden ihren 
Landheeren Verhaltungsmaßregeln geben, welche der dem vorliegenden Abkommen beigefügten 
Ordnung der Gesetze und Gebräuche des Landkriegs entsprechen. 

Art. 2 [Anwendung nur unter Vertragsparteien]. Die Bestimmungen der im Artikel 1 angeführten 
Ordnung sowie des vorliegenden Abkommens finden nur zwischen den Vertragsmächten 
Anwendung und nur dann, wenn die Kriegführenden sämtlich Vertragsparteien sind. 

Art. 3 [Verantwortlichkeit der Kriegspartei]. Die Kriegspartei, welche die Bestimmungen der 
bezeichneten Ordnung verletzen sollte, ist gegebenen Falles zum Schadensersatze verpflichtet. 
Sie ist für alle Handlungen verantwortlich, die von den zu ihrer bewaffneten Macht gehörenden 
Personen begangen werden. 



Art. 4 [Ersetzung des früheren Abkommens]. Dieses Abkommen tritt nach seiner Ratifikation für 
die Beziehungen zwischen den Vertragsmächten an die Stelle des Abkommens vom 29. Juli 1899, 
betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs. Das Abkommen von 1899 bleibt in Kraft 
für die Beziehungen zwischen den Mächten, die es unterzeichnet haben, die aber das vorliegende 
Abkommen nicht gleichermaßen ratifizieren sollten. 

Art. 5 [Ratifikation; Hinterlegung der Urkunden]. Dieses Abkommen soll möglichst bald 
ratifiziert werden. Die Ratifikationsurkunden sollen im Haag hinterlegt werden. Die erste 
Hinterlegung von Ratifikationsurkunden wird durch ein Protokoll festgestellt, das von den 
Vertretern der daran teilnehmenden Mächte und von dem Niederländischen Minister der 
auswärtigen Angelegenheiten unterzeichnet wird. Die späteren Hinterlegungen von 
Ratifikationsurkunden erfolgen mittels einer schriftlichen, an die Regierung der Niederlande 
gerichteten Anzeige, der die Ratifikationsurkunde beizufügen ist. Beglaubigte Abschrift des 
Protokolls über die erste Hinterlegung von Ratifikationsurkunden, der im vorstehenden Absatz 
erwähnten Anzeigen sowie der Ratifikationsurkunden wird durch die Regierung der Niederlande 
den zur Zweiten Friedenskonferenz eingeladenen Mächten sowie den anderen Mächten, die dem 
Abkommen beigetreten sind, auf diplomatischem Wege mitgeteilt werden. In den Fällen des 
vorstehenden Absatzes wird die bezeichnete Regierung ihnen zugleich bekanntgeben, an 
welchem Tage sie die Anzeige erhalten hat. 

Art. 6 [Beitritt anderer Mächte]. Die Mächte, die nicht unterzeichnet haben, können diesem 
Abkommen später beitreten. Die Macht, die beizutreten wünscht, hat ihre Absicht der Regierung 
der Niederlande schriftlich anzuzeigen und ihr dabei die Beitrittsurkunde zu übersenden, die im 
Archive der bezeichneten Regierung hinterlegt werden wird. Diese Regierung wird unverzüglich 
allen anderen Mächten beglaubigte Abschrift der Anzeige wie der Beitrittsurkunde übersenden und 
zugleich angeben, an welchem Tage sie die Anzeige erhalten hat. 

Art. 7 [Inkrafttreten]. Dieses Abkommen wird wirksam für die Mächte, die an der ersten 
Hinterlegung von Ratifikationsurkunden teilgenommen haben, sechzig Tage nach dem Tage, an 
dem das Protokoll über diese Hinterlegung aufgenommen ist, und für die später ratifizierenden 
oder beitretenden Mächte sechzig Tage, nachdem die Regierung der Niederlande die Anzeige von 
ihrer Ratifikation oder von ihrem Beitritt erhalten hat. 

Art. 8 [Kündigung]. Sollte eine der Vertragsmächte dieses Abkommen kündigen wollen, so soll 
die Kündigung schriftlich der Regierung der Niederlande erklärt werden, die unverzüglich 
beglaubigte Abschrift der Erklärung allen anderen Mächten mitteilt und ihnen zugleich bekanntgibt, 
an welchem Tage sie die Erklärung erhalten hat. Die Kündigung soll nur in Ansehung der Macht 
wirksam sein, die sie erklärt hat, und erst ein Jahr, nachdem die Erklärung bei der Regierung der 
Niederlande eingegangen ist. 

Art. 9 [Register über Vertragsmächte]. Ein im Niederländischen Ministerium der auswärtigen 
Angelegenheiten geführtes Register soll den Tag der gemäß Artikel 5 Abs. 3, 4 erfolgten 
Hinterlegung von Ratifikationsurkunden angeben sowie den Tag, an dem die Anzeigen von dem 
Beitritt (Artikel 6 Abs. 2) oder von der Kündigung (Artikel 8 Abs. 1) eingegangen sind. Jede 
Vertragsmacht hat das Recht, von diesem Register Kenntnis zu nehmen und beglaubigte Auszüge 
daraus zu verlangen. Zu Urkund dessen haben die Bevollmächtigten dieses Abkommen mit ihren 
Unterschriften versehen. 

Geschehen im Haag am achtzehnten Oktober neunzehnhundertsieben in einer einzigen 
Ausfertigung, die im Archive der Regierung der Niederlande hinterlegt bleiben soll und wovon 
beglaubigte Abschriften den zu der Zweiten Friedenskonferenz eingeladenen Mächten auf 
diplomatischem Wege übergeben werden sollen. (Es folgen die Unterschriften der 
Bevollmächtigten) 

1. Für das Deutsche Reich in Kraft getreten am 26.01.1910 (Bek. v. 25.01.1910, 
RGBl. II S. 375). Stand der Vertragsparteien und ihrer Vorbehalte: Siehe 
Fundstellennachweis B zum BGBL, abgeschlossen am 31.12. jedes Jahres. 

2. Intern. Quelle: Martens, NRG (3e serie), Bd. 3. S. 461. 



Für das Dt. Reich in Kraft getr. am 26.01.1910 (Bek. v. 25.01.1910, RGBl. II S. 375). 



Anlage zum Abkommen Ordnung der Gesetze und Gebräuche des Landkriegs (Haager Landkriegsordnung) 



Inhaltsübersicht 



Erster Abschnitt. Kriegführende Art. 1 - 21 



Erstes Kapitel. Begriff des Kriegführenden Art. 3 Zweites Kapitel. 
Kriegsgefangene Art 4-20 Drittes Kapitel. Kranke und 
Verwundete Art. 21 



Zweiter Abschnitt. Feindseligkeiten Art. 22 - 41 



Erstes Kapitel. Mittel zur Schädigung des Feindes, Belagerungen 
und Beschießungen Art. 2-28 Zweite, Kapitel. Spion Art. 29-31 
Drittes Kapitel. Parlamentäre Art. 32 - 34 Viertes Kapitel. 
Kapitulationen Art. 35 Fünftes Kapitel. Waffenstillstand Art. 36 - 41 



Dritter Abschnitt Militärische Gewalt auf besetztem feindlichem 
Gebiete Art. 42—56 



Erster Abschnitt. Kriegführende 

Erstes Kapitel. Begriff des Kriegführenden 

Art. 1 [Begriff des „Heeres"] Die Gesetze, die Rechte und die Pflichten des Krieges gelten nicht 
nur für das Heer, sondern auch für die Milizen und Freiwilligen-Korps, wenn sie folgende 
Bedingungen in sich vereinigen: 

1 . daß jemand an ihrer Spitze steht, der für seine Untergebenen verantwortlich ist, 

2. daß sie ein bestimmtes aus der Ferne erkennbares Abzeichen tragen, 

3. daß sie die Waffen offen führen und 

4. daß sie bei ihren Unternehmungen die Gesetze und Gebräuche des Krieges 
beobachten. 

In den Ländern, in denen Milizen oder Freiwilligen-Korps das Heer oder einen 
Bestandteil des Heeres bilden, sind diese unter der Bezeichnung „Heer" 
einbegriffen. 

Art. 2 [Kämpfende Bevölkerung] Die Bevölkerung eines nicht besetzten Gebiets, die beim 
Herannahen des Feindes aus eigenem Antriebe zu den Waffen greift, um die eindringenden 
Truppen zu bekämpfen, ohne Zeit gehabt zu haben, sich nach Artikel 1 zu organisieren, wird als 
kriegführend betrachtet, wenn sie die Waffen offen führt und die Gesetze und Gebräuche des 
Krieges beobachtet. 



Art. 3 [Kombattanten und Nichtkombattanten] Die bewaffnete Macht der Kriegsparteien kann 
sich zusammensetzen aus Kombattanten und Nichtkombattanten. Im Falle der Gefangennahme 
durch den Feind haben die einen wie die anderen Anspruch auf Behandlung als Kriegsgefangene. 



Zweites Kapitel. Kriegsgefangene 

Art. 4 [Gewalthaber] Die Kriegsgefangenen unterstehen der Gewalt der feindlichen Regierung, 
aber nicht der Gewalt der Personen oder der Abteilungen, die sie gefangen genommen haben. Sie 
sollen mit Menschlichkeit behandelt werden. Alles, was ihnen persönlich gehört, verbleibt ihr 
Eigentum mit Ausnahme von Waffen, Pferden und Schriftstücken militärischen Inhalts. 

Art. 5 [Unterbringung] Die Kriegsgefangenen können in Städten, Festungen, Lagern oder an 
anderen Orten untergebracht werden mit der Verpflichtung, sich nicht über eine bestimmte Grenze 
hinaus zu entfernen; dagegen ist ihre Einschließung nur statthaft als unerläßliche 
Sicherungsmaßregel und nur während der Dauer der diese Maßregel notwendig machenden 
Umstände. 

Art. 6 [Arbeitspflicht] Der Staat ist befugt, die Kriegsgefangenen mit Ausnahme der Offiziere 
nach ihrem Dienstgrad und nach ihren Fähigkeiten als Arbeiter zu verwenden. Diese Arbeiten 
dürfen nicht übermäßig sein und in keiner Beziehung zu den Kriegsunternehmungen stehen. Den 
Kriegsgefangenen kann gestattet werden, Arbeiten für öffentliche Verwaltungen oder für 
Privatpersonen oder für ihre eigene Rechnung auszuführen. Arbeiten für den Staat werden nach 
den Sätzen bezahlt, die für Militärpersonen des eigenen Heeres bei Ausführung der gleichen 
Arbeiten gelten, oder, falls solche Sätze nicht bestehen, nach einem Sätze, wie er den geleisteten 
Arbeiten entspricht. Werden die Arbeiten für Rechnung anderer öffentlicher Verwaltungen oder für 
Privatpersonen ausgeführt, so werden die Bedingungen im Einverständnisse mit der 
Militärbehörde festgestellt. Der Verdienst der Kriegsgefangenen soll zur Besserung ihrer Lage 
verwendet und der Überschuß nach Abzug der Unterhaltungskosten ihnen bei der Freilassung 
ausgezahlt werden. 

Art. 7 [Unterhaltspflicht] Die Regierung, in deren Gewalt sich die Kriegsgefangenen befinden, hat 
für ihren Unterhalt zu sorgen. In Ermangelung einer besonderen Verständigung zwischen den 
Kriegführenden sind die Kriegsgefangenen in Beziehung auf Nahrung, Unterkunft und Kleidung auf 
demselben Fuße zu behandeln wie die Truppen der Regierung, die sie gefangen genommen hat. 

Art. 8 [Geltendes Recht; Entweichen aus Gefangenschaft] Die Kriegsgefangenen unterstehen 
den Gesetzen, Vorschriften und Befehlen, die in dem Heere des Staates gelten, in dessen Gewalt 
sie sich befinden. Jede Unbotmäßigkeit kann mit der erforderlichen Strenge geahndet werden. 
Entwichene Kriegsgefangene, die wieder ergriffen werden, bevor es ihnen gelungen ist ihr Heer zu 
erreichen, oder bevor sie das Gebiet verlassen haben, das von den Truppen, welche sie gelangen 
genommen hatte, besetzt ist, unterliegen disziplinarischer Bestrafung. Kriegsgefangene, die nach 
gelungener Flucht von neuem gefangen genommen werden, können für die frühere Flucht nicht 
bestraft werden. 

Art. 9 [Namens- und Dienstgradangabe] Jeder Kriegsgefangene ist verpflichtet, auf Befragen 
seinen wahren Namen und Dienstgrad anzugeben, handelt er gegen diese Vorschrift, so können 
ihm die Vergünstigungen, die den Kriegsgefangenen seiner Klasse zustehen, entzogen werden. 

Art. 10 [Freilassung gegen Ehrenwort] Kriegsgefangene können gegen Ehrenwort freigelassen 
werden, wenn die Gesetze ihres Landes sie dazu ermächtigen; sie sind alsdann bei ihrer 
persönlichen Ehre verbunden, die übernommenen Verpflichtungen sowohl ihrer eigenen 
Regierung als auch dem Staate gegenüber, der sie zu Kriegsgefangenen gemacht hat, 
gewissenhaft zu erfüllen. Ihre Regierung ist in solchem Falle verpflichtet, keinerlei Dienste zu 
verlangen oder anzunehmen, die dem gegebenen Ehrenworte widersprechen. 

Art. 11. Ein Kriegsgefangener kann nicht gezwungen werden, seine Freilassung gegen Ehrenwort 
anzunehmen; ebensowenig ist die feindliche Regierung verpflichtet, dem Antrag eines 
Kriegsgefangenen auf Entlassung gegen Ehrenwort zu entsprechen. 

Art. 12. Jeder gegen Ehrenwort entlassene Kriegsgefangene, der gegen den Staat, dem 
gegenüber er die Ehrenverpflichtung eingegangen ist, oder gegen dessen Verbündete die Waffen 



trägt und wieder ergriffen wird, verliert das Recht der Behandlung als Kriegsgefangener und kann 
vor Gericht gestellt werden. 

Art. 13 [Heeresgefolge]. Personen, die einem Heere folgen, ohne ihm unmittelbar anzugehören, 
wie Kriegskorrespondenten, Zeitungsberichterstatter, Marketender und Lieferanten, haben, wenn 
sie in die Hand des Feindes geraten und diesem ihre Festhaltung zweckmäßig erscheint, das 
Recht auf Behandlung als Kriegsgefangene, vorausgesetzt, daß sie sich im Besitz eines 
Ausweises der Militärbehörde des Heeres befinden, das sie begleiteten. 

Art. 14 [Auskunftsstelle über die Kriegsgefangenen]. Beim Ausbruche der Feindseligkeiten 
wird in jedem der kriegführenden Staaten und eintretenden Falles in den neutralen Staaten, die 
Angehörige eines der Kriegführenden in ihr Gebiet aufgenommen haben, eine Auskunftsstelle über 
die Kriegsgefangenen errichtet. Diese ist berufen, alle die Kriegsgefangenen betreffenden 
Anfragen zu beantworten, und erhält von den zuständigen Dienststellen alle Angaben über die 
Unterbringung und deren Wechsel, über Freilassungen gegen Ehrenwort, über Austausch, über 
Entweichungen, über Aufnahme in die Hospitäler und über Sterbefälle sowie sonstige Auskünfte, 
die nötig sind, um über jeden Kriegsgefangenen ein Personalblatt anzulegen und auf dem 
laufenden zu erhalten. Die Auskunftsstelle verzeichnet auf diesem Personalblatte die 
Matrikelnummer, den Vor- und Zunamen, das Alter, den Heimatsort, den Dienstgrad, den 
Truppenteil, die Verwundungen, den Tag und Ort der Gefangennahme, der Unterbringung, der 
Verwundungen und des Todes sowie alle besonderen Bemerkungen. Das Personalblatt wird nach 
dem Friedensschlüsse der Regierung des anderen Kriegführenden übermittelt. Die Auskunftsstelle 
sammelt ferner alle zum persönlichen Gebrauche dienenden Gegenstände, Wertsachen, Briefe 
usw., die auf den Schlachtfeldern gefunden oder von den gegen Ehrenwort entlassenen, 
ausgetauschten, entwichenen oder in Hospitälern oder Feldlazaretten gestorbenen 
Kriegsgefangenen hinterlassen werden, und stellt sie den Berechtigten zu. 

Art. 15 (Hilfsgesellschaften für Kriegsgefangene]. Die Hilfsgesellschaften für Kriegsgefangene, 
die ordnungsmäßig nach den Gesetzen ihres Landes gebildet worden sind und den Zweck 
verfolgen, die Vermittler der mildtätigen Nächstenhilfe zu sein, erhalten von den Kriegführenden für 
sich und ihre ordnungsmäßig beglaubigten Agenten jede Erleichterung innerhalb der durch die 
militärischen Erfordernisse und die Verwaltungsvorschriften gezogenen Grenzen, um ihre 
menschenfreundlichen Bestrebungen wirksam ausführen zu können. Den Delegierten dieser 
Gesellschaften kann auf Grund einer ihnen persönlich von der Militärbehörde erteilten Erlaubnis 
und gegen die schriftliche Verpflichtung, sich allen von dieser etwa erlassenen Ordnungs- und 
Polizeivorschriften zu fügen, gestattet werden, Beihilfen an den Unterbringungsstellen sowie an 
den Rastorten der in die Heimat zurückkehrenden Gefangenen zu verteilen. 

Art. 16 [Portofrei heit von Postsendungen]. Die Auskunftstellen genießen Portofreiheit. Briefe, 
Postanweisungen, Geldsendungen und Postpakete, die für die Kriegsgefangenen bestimmt sind 
oder von ihnen abgesandt werden, sind sowohl im Lande der Aufgabe, als auch im 
Bestimmungsland und in den Zwischenländern von allen Postgebühren befreit. Die als 
Liebesgaben und Beihilfen für Kriegsgefangene bestimmten Gegenstände sind von allen 
Eingangszöllen und anderen Gebühren sowie von den Frachtkosten auf Staatseisenbahnen befreit 

Art. 17 [Besoldung der Offiziere]. Die gefangenen Offiziere erhalten dieselbe Besoldung, wie sie 
den Offizieren gleichen Dienstgrads in dem Lande zusteht, wo sie gefangen gehalten werden; ihre 
Regierung ist zur Erstattung verpflichtet. 

Art. 18 [Religionsausübung]. Den Kriegsgefangenen wird in der Ausübung ihrer Religion mit 
Einschluß der Teilnahme am Gottesdienste volle Freiheit gelassen unter der einzigen Bedingung, 
daß sie sich den Ordnungs- und Polizeivorschriften der Militärbehörde fügen. 



Art. 19 [Testamente; Sterbeurkunden; Beerdigung]. Die Testamente der Kriegsgefangenen 
werden unter denselben Bedingungen entgegengenommen oder errichtet wie die der 
Militärpersonen des eigenen Heeres. Das gleiche gilt für die Sterbeurkunden sowie für die 
Beerdigung von Kriegsgefangenen, wobei deren Dienstgrad und Rang zu berücksichtigen ist. 

Art. 20 [Entlassung nach Friedensschluß]. Nach dem Friedensschlüsse sollen die 
Kriegsgefangenen binnen kürzester Frist in ihre Heimat entlassen werden, Drittes Kapitel. Kranke 
und Verwundete 



Art. 21. Die Pflichten der Kriegführenden in Ansehung der Behandlung von Kranken und 
Verwundeten bestimmen sich nach dem Genfer Abkommen. 



Zweiter Abschnitt. Feindseligkeiten 

Erstes Kapitel. Mittel zur Schädigung des Feindes, Belagerungen 
und Beschießungen 

Art. 22 [Mittel zur Schädigung des Feindes] Die Kriegführenden haben kein unbeschränktes 
Recht in der Wahl der Mittel zur Schädigung des Feindes. 

Art. 23 [Verbote] Abgesehen von den durch Sonderverträge aufgestellten Verboten, ist 
namentlich untersagt: 

a) die Verwendung von Gift oder vergifteten Waffen, 

b) die meuchlerische Tötung oder Verwundung von Angehörigen des feindlichen 
Volkes oder Heeres 

c) die Tötung oder Verwundung eines die Waffen streckenden oder wehrlosen 
Feindes, der sich auf Gnade oder Ungnade ergeben hat, 

d) die Erklärung, daß kein Pardon gegeben wird 

e) der Gebrauch von Waffen, Geschossen oder Stoffen, die geeignet sind, 
unnötig Leiden zu verursachen, 

f) der Mißbrauch der Parlamentärflagge, der Nationalflagge oder der 
militärischen Abzeichen oder der Uniform des Feindes sowie der besonderen 
Abzeichen des Genfer Abkommens, 

g) die Zerstörung oder Wegnahme feindlichen Eigentums außer in den Fällen, 
wo diese Zerstörung oder Wegnahme durch die Erfordernisse des Krieges 
dringend erheischt wird, 

h) die Aufhebung oder zeitweilige Außerkraftsetzung der Rechte und 
Forderungen von Angehörigen der Gegenpartei oder die Ausschließung ihrer 
Klagbarkeit, 

Den Kriegführenden ist ebenfalls untersagt, Angehörige der Gegenpartei zur 
Teilnahme an den Kriegsunternehmungen gegen ihr Land zu zwingen; dies gilt 
auch für den Fall, daß sie vor Ausbruch des Krieges angeworben waren. 

Art. 24 [Kriegslisten; Nachrichtenverschaffung] Kriegslisten und die Anwendung der 
notwendigen Mittel, um sich Nachrichten über den Gegner und das Gelände zu verschaffen, sind 
erlaubt. 

Art. 25 [Unverteidigte Stätten] Es ist untersagt, unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder 
Gebäude, mit welchen Mitteln es auch sei, anzugreifen oder zu beschießen. 

Art. 26 [Warnung vor Beschießungen] Der Befehlshaber einer angreifenden Truppe soll vor 
Beginn der Beschießung, den Fall eines Sturmangriffes ausgenommen, alles, was an ihm liegt, 
tun, um die Behörden davon zu benachrichtigen. 

Art. 27 [Belagerungen und Beschießungen] Bei Belagerungen und Beschießungen sollen alle 
erforderlichen Vorkehrungen getroffen werden, um die dem Gottesdienste, der Kunst, der 
Wissenschaft und der Wohltätigkeit gewidmeten Gebäude, die geschichtlichen Denkmäler, die 
Hospitäler und Sammelplätze für Kranke und Verwundete soviel wie möglich zu schonen, 
vorausgesetzt, daß sie nicht gleichzeitig zu einem militärischen Zwecke Verwendung finden. Pflicht 
der Belagerten ist es, diese Gebäude oder Sammelplätze mit deutlichen besonderen Zeichen zu 
versehen und diese dem Belagerer vorher bekanntzugeben. 

Art. 28 [Plünderungsverbot] Es ist untersagt, Städte oder Ansiedlungen, selbst wenn sie im 
Sturme genommen sind, der Plünderung preiszugeben. 



Zweites Kapitel. Spione 



Art. 29 [Begriff des Spions] Als Spion gilt nur, wer heimlich oder unter falschem Vorwand in dem 
Operationsgebiet eines Kriegführenden Nachrichten einzieht oder einzuziehen sucht in der 
Absicht, sie der Gegenpartei mitzuteilen. Demgemäß sind Militärpersonen in Uniform, die in das 
Operationsgebiet des feindlichen Heeres eingedrungen sind, um sich Nachrichten zu verschaffen, 
nicht als Spione zu betrachten. Desgleichen gelten nicht als Spione: Militärpersonen und 
Nichtmilitärpersonen, die den ihnen erteilten Auftrag, Mitteilungen an ihr eigenes oder an das 
feindliche Heer zu überbringen, offen ausführen. Dahin gehören ebenfalls Personen, die in 
Luftschiffen befördert werden, um Mitteilungen zu überbringen oder um überhaupt Verbindungen 
zwischen den verschiedenen Teilen eines Heeres oder eines Gebiets aufrechtzuerhalten, 

Art. 30 [Bestrafung nur nach Urteil] Der auf der Tat ertappte Spion kann nicht ohne 
vorausgegangenes Urteil bestraft werden, 

Art. 31 [Früherer Spion in Kriegsgefangenschaft] Ein Spion, welcher zu dem Heere, dem er 
angehört, zurückgekehrt ist und später vorn Feinde gefangengenommen wird, ist als 
Kriegsgefangener zu behandeln und kann für früher begangene Spionage nicht verantwortlich 
gemacht werden. 



Drittes Kapitel. Parlamentäre 

Art. 32 [Begriff und Stellung des Parlamentärs] Als Parlamentär gilt, wer von einem der 
Kriegführenden bevollmächtigt ist, mit dem anderen in Unterhandlungen zu treten, und sich mit der 
weißen Fahne zeigt. Er hat Anspruch auf Unverletzlichkeit, ebenso der ihn begleitende Trompeter, 
Hornist oder Trommler, Fahnenträger und Dolmetscher. 

Art. 33 [Empfang und Maßnahmen des Gegners] Der Befehlshaber, zu dem ein Parlamentär 
gesandt wird, ist nicht verpflichtet, ihn unter allen Umständen zu empfangen. Er kann alle 
erforderlichen Maßregeln ergreifen, um den Parlamentär zu verhindern, seine Sendung zur 
Einziehung von Nachrichten zu benutzen. Er ist berechtigt, bei vorkommendem Mißbrauche den 
Parlamentär zeitweilig zurückzuhalten. 

Art. 34 [Verrat des Parlamentärs] Der Parlamentär verliert seinen Anspruch auf Unverletzlichkeit, 
wenn der bestimmte, unwiderlegbare Beweis vorliegt, daß er seine bevorrechtigte Stellung dazu 
benutzt hat, um Verrat zu üben oder dazu anzustiften. 



Viertes Kapitel. Kapitulationen 

Art. 35. Die zwischen den abschließenden Parteien vereinbarten Kapitulationen sollen den 
Forderungen der militärischen Ehre Rechnung tragen. Einmal abgeschlossen, sollen sie von 
beiden Parteien gewissenhaft beobachtet werden. 



Fünftes Kapitel. Waffenstillstand 



Art. 36 [Folgen des Waffenstillstandes; Aufnahme der Kampfhandlungen] Der 

Waffenstillstand unterbricht die Kriegsunternehmungen kraft eines wechselseitigen 
Übereinkommens der Kriegsparteien. Ist eine bestimmte Dauer nicht vereinbart worden, so können 
die Kriegsparteien jederzeit die Feindseligkeiten wieder aufnehmen, doch nur unter der 
Voraussetzung, daß der Feind, gemäß den Bedingungen des Waffenstillstandes, rechtzeitig 
benachrichtigt wird. 



Art. 37 [Allgemeiner und örtlicher Waffenstillstand] Der Waffenstillstand kann ein allgemeiner 
oder ein örtlich begrenzter sein. Der erstere unterbricht die Kriegsunternehmungen der 
kriegführenden Staaten allenthalben, der letztere nur für bestimmte Teile der kriegsführenden 
Heere und innerhalb eines bestimmten Bereichs. 

Art. 38 [Bekanntmachung] Der Waffenstillstand muß in aller Form und rechtzeitig den 
zuständigen Behörden und den Truppen bekanntgemacht werden. Die Feindseligkeiten sind sofort 
nach der Bekanntmachung oder zu dem festgesetzten Zeitpunkt einzustellen. 

Art. 39 [Beziehungen zur Bevölkerung und zum Gegner] Es ist Sache der abschließenden 
Parteien, in den Bedingungen des Waffenstillstandes festzusetzen, welche Beziehungen etwa auf 
dem Kriegsschauplatze mit der Bevölkerung und untereinander statthaft sind. 

Art. 40 [Verletzung des Waffenstillstandes] Jede schwere Verletzung des Waffenstillstandes 
durch eine der Parteien gibt der anderen das Recht, ihn zu kündigen und in dringenden Fällen 
sogar die Feindseligkeiten unverzüglich wieder aufzunehmen. 

Art. 41 [Verletzung durch Privatpersonen] Die Verletzung der Bedingungen des 
Waffenstillstandes durch Privatpersonen, die aus eigenem Antriebe handeln, gibt nur das Recht, 
die Bestrafung der Schuldigen und gegebenen Falles einen Ersatz für den erlittenen Schaden zu 
fordern. 



Dritter Abschnitt. 

Militärische Gewalt auf besetztem feindlichen Gebiete 

Art. 42 [Begriff der „Besetzung"] Ein Gebiet gilt als besetzt, wenn es sich tatsächlich in der 
Gewalt des feindlichen Heeres befindet. Die Besetzung erstreckt sich nur auf die Gebiete, wo 
diese Gewalt hergestellt ist und ausgeübt werden kann. 

Art. 43 [Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung]. Nachdem die gesetzmäßige Gewalt 
tatsächlich in die Hände des Besetzenden übergegangen ist, hat dieser alle von ihm abhängenden 
Vorkehrungen zu treffen, um nach Möglichkeit die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben 
wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten, und zwar, soweit kein zwingendes Hindernis besteht, 
unter Beachtung der Landesgesetze. 

Art. 44 [Verbot des Auskunftszwanges]. Einem Kriegführenden ist es untersagt, die 
Bevölkerung eines besetzten Gebiets zu zwingen, Auskünfte über das Heer des anderen 
Kriegführenden oder über dessen Verteidigungsmittel zu geben. 

Art. 45 [Verbot des Zwanges zum Treueid]. Es ist untersagt, die Bevölkerung eines besetzten 
Gebiets zu zwingen, der feindlichen Macht den Treueid zu leisten. 

Art. 46 [Schutz des Einzelnen und des Privateigentums]. Die Ehre und die Rechte der Familie, 
das Leben der Bürger und das Privateigentum sowie die religiösen Überzeugungen und 
gottesdienstlichen Handlungen sollen geachtet werden. Das Privateigentum darf nicht eingezogen 
werden. 

Art. 47 [Plünderungsverbot]. Die Plünderung ist ausdrücklich untersagt. 

Art. 48 [Erhebung von Abgaben]. Erhebt der Besetzende in dem besetzten Gebiete die 
zugunsten des Staates bestehenden Abgaben, Zölle und Gebühren, so soll er es möglichst nach 
Maßgabe der für die Ansetzung und Verteilung geltenden Vorschriften tun; es erwächst damit für 
ihn die Verpflichtung, die Kosten der Verwaltung des besetzten Gebiets in dem Umfange zu 
tragen, wie die gesetzmäßige Regierung hierzu verpflichtet war. 

Art. 49 [Erhebung von anderen Auflagen]. Erhebt der Besetzende in dem besetzten Gebiet 
außer den im vorstehenden Artikel bezeichneten Abgaben andere Auflagen in Geld, so darf dies 
nur zur Deckung der Bedürfnisse des Heeres oder der Verwaltung dieses Gebiets geschehen. 



Art. 50 [Strafen wegen Handlungen einzelner]. Keine Strafe in Geld oder anderer Art darf über 
eine ganze Bevölkerung wegen der Handlungen einzelner verhängt werden, für welche die 
Bevölkerung nicht als mitverantwortlich angesehen werden kann. 

Art. 51 [Zwangsauflagen]. Zwangsauflagen können nur auf Grund eines schriftlichen Befehls und 
unter Verantwortlichkeit eines selbständig kommandierenden Generals erhoben werden. Die 
Erhebung soll so viel wie möglich nach den Vorschriften über die Ansetzung und Verteilung der 
bestehenden Abgaben erfolgen. Über jede auferlegte Leistung wird den Leistungspflichtigen eine 
Empfangsbestätigung erteilt. 

Art. 52 [Natural- und Dienstleistungen]. Naturalleistungen und Dienstleistungen können von 
Gemeinden oder Einwohnern nur für die Bedürfnisse des Besetzungsheers gefordert werden. Sie 
müssen im Verhältnisse zu den Hilfsquellen des Landes stehen und solcher Art sein, daß sie nicht 
für die Bevölkerung die Verpflichtung enthalten, an Kriegsunternehmungen gegen ihr Vaterland 
teilzunehmen. 

Derartige Natural- und Dienstleistungen können nur mit Ermächtigung des Befehlshabers der 
besetzten Örtlichkeit gefordert werden. 

Die Naturalleistungen sind so viel wie möglich bar zu bezahlen. Anderenfalls sind dafür 
Empfangsbestätigungen auszustellen; die Zahlung der geschuldeten Summen soll möglichst bald 
bewirkt werden. 

Art. 53 [Sachen, die der Beschlagnahme unterliegen können]. Das ein Gebiet besetzende 
Heer kann nur mit Beschlag belegen: das bare Geld und die Wertbestände des Staates sowie die 
dem Staate zustehenden eintreibbaren Forderungen, die Waffenniederlagen, Beförderungsmittel, 
Vorratshäuser und Lebensmittelvorräte sowie überhaupt alles bewegliche Eigentum des Staates, 
das geeignet ist, den Kriegsunternehmungen zu dienen. 

Alle Mittel, die zu Lande, zu Wasser und in der Luft zur Weitergabe von Nachrichten und zur 
Beförderung von Personen oder Sachen dienen, mit Ausnahme der durch das Seerecht geregelten 
Fälle, sowie die Waffenniederlagen und überhaupt jede Art von Kriegsvorräten können, selbst 
wenn sie Privatpersonen gehören, mit Beschlag belegt werden. Beim Friedensschlüsse müssen 
sie aber zurückgegeben und die Entschädigungen geregelt werden. 

Art. 54 [Seekabel]. Die unterseeischen Kabel, die ein besetztes Gebiet mit einem neutralen 
Gebiete verbinden, dürfen nur im Falle unbedingter Notwendigkeit mit Beschlag belegt oder 
zerstört werden. Beim Friedensschlüsse müssen sie gleichfalls zurückgegeben und die 
Entschädigungen geregelt werden. 

Art. 55 [Besetzerstaat als Verwalter und Nutznießer]. Der besetzende Staat hat sich nur als 
Verwalter und Nutznießer der öffentlichen Gebäude, Liegenschaften, Wälder und 
landwirtschaftlichen Betriebe zu betrachten, die dem feindlichen Staate gehören und sich in dem 
besetzten Gebiete befinden. Er soll den Bestand dieser Güter erhalten und sie nach den Regeln 
des Nießbrauchs verwalten. 

Art. 56 [Gemeindeeigentum; öffentliche Anstalten]. Das Eigentum der Gemeinden und der dem 
Gottesdienste, der Wohltätigkeit, dem Unterrichte, der Kunst und der Wissenschaft gewidmeten 
Anstalten, auch wenn diese dem Staate gehören, ist als Privateigentum zu behandeln. 

Jede Beschlagnahme, jede absichtliche Zerstörung oder Beschädigung von derartigen Anlagen, 
von geschichtlichen Denkmälern oder von Werken der Kunst und Wissenschaft ist untersagt und 
soll geahndet werden. 



Erklärungen: 

1) Der Zusatz in Klammern ist nicht amtlich. 



2) Das Zweite Kapitel „Kriegsgefangene" wird ergänzt durch das III. Genfer Abkommen vom 
12.08.1949 über die Behandlung der Kriegsgefangenen (BGBl. 1954 II S. 838); abgedruckt unter Nr. 
53. Vgl. ferner Art. 43ff. des 1. Zusatzprotokolls vom 08.06.1977 zu den Genfer Abk. vorn 12.08.1949 
(BGBl. 1990 II S. 1551); abgedruckt unter Nr. 54 a. 

3) Beachte hierzu 1. Genfer Abkommen vom 12.8.1949 zur Verbesserung des Loses der 
Verwundeten und Kranken der Streitkräfte im Felde (BGBl. 1954 II S. 783) und II. Genfer Abkommen 
vorn 12.8.1940 zur Verbesserung des Loses der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der 
Streitkräfte zur See (BGBl. 1954 II S. 813). vgl. ferner Teil II des 1. Zusatzprotokolls v, 8.6.1977 
(BGBl. 1990 II 5. 1551). 

4) Der Zweite und Dritte Abschnitt der Haager Landkriegsordnung wird ergänzt durch das IV. Genfer 
Abkommen vom 12.8.1949 zum Schutze von Zivilpersonen in Kriegszeiten (BGBl. 1954 II S. 917), 
abgedruckt unter Nr. 54. Vgl. ferner Teile III und IV des I. Zusatzprotokolls v. 8.6.1977 Abkommen, 
betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges vom 18. Oktober 1907 (RGBl. 1910 S. 107) 
Haager Landkriegsordnung (BGBl. 1990 II S. 1551); abgedruckt unter Nr. 54 a. 

5) Der Zweite und Dritte Abschnitt der Haager Landkriegsordnung wird ergänzt durch das IV. Genfer 
Abkommen vom 12.8.1949 zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten (BGBl. 1954 II S. 917). 
abgedruckt unter Nr. 54. Vgl. ferner Teile III und IV des 1. Zusatzprotokolls v. 8.6.1977 (BGBl. 1990 II 
S. 1551); abgedruckt unter Nr. 54 a. 

6) Vgl. hierzu die Konvention vorn 14.5.1954 zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten 
(BGBl. 1967 II S. 1233, 1300), für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft getr. am 11.11.1967 (Bek. 
v. 26.10.1967. BGBl. II S. 2471).